Jakob Künzler, ein Schweizer im Osmanischen Reich, gibt ungeschminkt seine Erlebnisse wieder. Der Krankenpfleger und Zimmermann war im Auftrag der Deutschen Orientmission in Urfa. Viele Deportationszüge wurden durch Urfa getrieben was Künzler nicht nur zu einem Unparteiischen Augenzeugen macht. Die erste Ausgabe seines Buches stammte aus dem Jahr 1920 und war bald vergriffen. Der Chronos Verlag legte das Buch mit den einleitenden Worten von Hans-Lukas Kieser 1999 wieder auf.

Künzler wird von den Armeniern als „Retter und Vater der Armenier“ bezeichnet.

 

Künzler Jakob; Im Land des Blutes und der Tränen; Zürich 1999

Schon am 24. Mai 1915 erklärten die Alliierten, dass sie die türkischen Machthaber für die Vorkommnisse in Armenien persönlich Verantwortlich machen würden. So wurden im Februar 1919 in Konstantinopel (Istanbul) Kriegsverbrecherprozesse eingerichtet. Die Prozesse dauerten bis Juni 1922 und Förderten mehrere Beweise zu Tage die den Augenzeugen und Diplomaten entgangen waren. Von diesen insgesamt 65 Prozessen gibt es nur einzelne Aktenstücke sodass der Autor auf türkische Zeitungsartikel zurückgreifen musste um diese Prozesse nachzuvollziehen.

Nicht nur weil der Autor türkischer Abstammung ist, ist das Buch hoch interessant sondern auch die Aussagen der Angeklagten zu den Vorwürfen und die Gerichtsurteile  macht dieses Buch zu einem wichtigen wissenschaftlichen Beitrag.

Akcam Taner; Der Völkermord an den Armeniern, Die Istanbuler Prozesse; Hamburg 1996

Die beiden Historiker nähern sich dem Völkermord unter Berücksichtigung aller momentan verlässlichen Quellen und Autoren. Die Herangehensweise ist in manchen Abschnitten des Buches ungewöhnlich, die Schlüsse, die getroffen werden sind jedoch korrekt.

Jedoch ist der Titel unglücklich gewählt, da es dem Leser, der noch nie was vom Völkermord an den Armeniern gehört hat, das Gefühl vermittelt, dass die aktuelle Forschung Raum für Diskussionen ließe.  Das Kartenmaterial ist aus vorangegangen Publikationen, von andren Autoren zu diesem Thema, entnommen worden. Schon in diesen Publikationen waren einige Karten nicht wirklich gelungen.

Trotz der angeführten Punkte ist das Buch ein gutes Buch da der aktuellen Stand der Forschung ersichtlich ist.

BERLIN Jörg, KLENNER Adrian ; Völkermord oder Vertreibung?, Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich Darstellung und Dokumente; Köln 2006

Dieses Buch mit der Einleitung von Frau Dr. Tessa Hofmann, ist eine Übersetzung von Tagebucheintragungen vom Armenischen Arzt Dr. Garabed Hatscherian. Hatscherian lebte bis September 1922 in Smyrna, dem heutigen Izmir. Die dortige Christen (Armenier, Griechen, … ) wurden nicht wie sonnst im Osmanischen Reich üblich deportiert.

Hatscherian, selbst hoch dekoriert im Balkankrieg, glaubte das ihn und seine Glaubensbrüder seine Loyalität zum Osmanischen Staat schützen würde. Es schien ihm das Christen und Muslime miteinander in Smyrna leben könnten. Doch die Armee Mustafa Kemals (Atatür) geht gegen Nichtmuslime schonungslos vor und ermordet hunderttausende von Christen. Den Christen in Smyrna gelingt die Flucht über Meer hinter sich das brennende Juwel der Ionischen Küste Smyrna 1922.

Das Buch ist einer der bedeutendsten Berichte zum zweiten Völkermord 1920-23, welcher von den Truppen von Atatürk begangen wurde.

Garabed Hatscherian und Dora Sakayan; Smyrna 1922. Das Tagebuch des Garabed Hatscherian; Klagenfurt-Wien 2006

Die Einleitung stammt von Henry Morgenthau, dem amerikanischen Botschafter in Konstantinopel von 1913-1916. Das Manuskript dieses Buches ist ein Augenzeugenbericht vom Dominikanerpater Hyacinth Simon.

Der Titel ist unglücklich gewählt! Ich haben dieses Buch nur durch Zufall und weil ich das Bild auf dem Deckblatt, das vom Völkermord an den Armeniern stammt, kannten.

MMVerlag; Tod im Namen Allahs; Die Ausrottung der christlichen Armenier; Aachen 2005

Das Osmanische Reich scheidet als Verlierer am 30. Oktober 1918 aus dem 1. Weltkrieg aus. Die von den Alliierten angesetzten Kriegsverbrecherprozesse in Konstantinopel (heutige Istanbul) fördern zusätzliche Beweise zu Tage, das die Jungtürken ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ begangen haben, indem sie die Christliche Bevölkerung des Osmanischen Reiches ermorden lies.

Die Kriegsverbrecherprozesse verurteilen 20 Personen zum Tode, doch gerade mal 3 Urteilte werden letzten Endes vollstreckt. Atatürk selber Droht mit der Erschießung von Britischen Geiseln sollten die Kriegsgerichte weitere Todesurteile vollstrecken.

Die Haupttäter darunter Talaat Pascha haben sich der Verhaftung und Bestrafung durch Flucht entzogen. Und die Länder, die Ihnen das Exil ermöglichen wollen die Mörder nicht an die Alliierten ausliefern.

Die Armenier beschließen die Mörder ihres Volkes zu suchen und diese selbst zu exekutieren. In Berlin wird Talaat Pascha ausfindig gemacht und auf Offener Strasse erschossen. Der Name dieses armenischen Exekutionskommandos ist „Nemesis“.

Hosfeld zeichnet in seinem Buch das Armenische Schicksal unter dem Türkischen Joch bis hin zur Vernichtung der Armenier nach. Der Prozess In Berlin gegen einen der Rächer Soghomon Tehlerian rüttelt die Welt ob des Armenischen Schicksals wach.

HOSFELD Rolf; Operation Nemesis, Dir Türkei, Deutschland und der Völkermord an den Armeniern; Köln 2005

Prof. Wilhelm Baum ist Theologe und  nähert sich von dieser Seit, den Christlichen Minderheiten in der Türkei, dem Völkermord an den Armeniern. Das Thema Genozid an den Armeniern ist für ihn neu und beim Lesen dieses Buches merkt der Kenner der Komplizierten und verflochtenen Materie, das Prof. Baum noch nicht alle Dokumente zu diesem Themenbereich gesichtet hat. Gerade deshalb darf man diesen Autor nicht aus den Augen verlieren.

Das Buch suggestiert das die „Armenische Frage“ bis in die Gegenwart verfolgt wird was aber nur sehr parziel der Fall ist.

Baum Wilhelm; Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten; Klagenfurt-Wien 2006

Gesellschaft für die Dokumentation von Völkermorden

Geschichte und Völkermord an den Armeniern, sowie Augenzeugen des Verbrechens

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