Werfels Roman stellt wohl den meistdiskutierten literarischen Text zum Thema Genozid an den Armeniern dar. Das Buch ist im Ersten Weltkrieg angesiedelt. Es handelt von 5000 Armeniern, die auf einen Berg (den Berg Mose, „Musa Dagh“) fliehen und dort auf ihre Rettung warten, sich aber gleichzeitig gegen die Angriffe der Türken verteidigen müssen.

Franz Werfel fand seine Inspiration, als er auf einer Reise nach Damaskus einen Teppich sah, auf dem die Verteidigung des Musa Dagh, der eine historische Begebenheit zugrunde liegt, zu sehen war.

WERFEL Franz: Die 40 Tage des Musa Dagh; Berlin et al. 1933

Dieses Buch bietet einen wunderschönen Einstieg in die Thematik Kultur und Leben der Armenier vor und während des Völkermordes an den Armeniern. Mit zarten, zu Tränen rührenden Worten erzählt Hilsenrath vom armenischen Leben.

Hilsenrath, selbst Jude, kam 1941 in ein KZ in der Ukraine, und bringt auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen und seiner eingehenden Recherche des armenischen Völkermordes Feingefühl, Wissen und poetische Aspekte in einen harmonischen Einklang.

Für dieses Buch hat der Autor - zu Recht, wie wir meinen - den Alfred Döblin Preis 1989 erhalten.

HILSENRATH Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken; München 1989

Das Buch greift die Lebensgeschichte einer jungen Erwachsenen (Astrig) auf, die während des Völkermordes ihre Familie verliert und in die syrische Wüste deportiert wird.

Sie freundet sich mit Annahid an, einer Armenierin deren Schönheit ihr zum Schicksal wird. Die beiden Frauen versuchen sich gegenseitig Familie zu sein, ein Gefühl, das sie bereits verloren glaubten. Doch Annahid verschwindet plötzlich und findet sich in einem saudischen Harem wieder.

Behutsam greift die Autorin Themen wie Zwangsheirat, Vergewaltigung, Kindesentzug und Exil auf.

LAUFENBERG, Maria: Als der Kranich flog; München 2002

„Sag mir, was habe ich getan? Wohin bringt ihr mich?“ Die verzweifelten Fragen verhallen unbeantwortet in der Nacht. Es sind die letzten Worte die Tausende von armenischen Frauen und Kindern von ihren Männern und Vätern hören, bevor diese erschossen, erschlagen, zu Tode gefoltert werden.

Die junge Armenierin Micheline Aharonian Marcom wuchs im Exil mit den Geschichten über diesen von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkten Genozid auf. Ihre viel beachteten literarischen Erinnerungen an ein verlorenes Volk sind »herzzerreißend, schön, schmerzlich«. (Publisher Weekly)

AHARONIAN MARCOM, Micheline: Drei Äpfel fielen vom Himmel; Übersetzt von Gesine Strempel; München 2002.

Literatur

Etwas mehr als die Hälfte des Buches sind Gedichte. Der Rest des Buches gestaltet die Autorin mit Märchen, die wie die Gedichte in einem eigenen Stiel verfasst sind. Die Autorin stammt ursprünglich aus Armenien und lebt seit 1985 in Deutschland. Sie beschreibt ihre Liebe zum Orient und ihre Verbundenheit zum Westen mit all den Konflikten was dieses Buch sehr persönlich macht.

Einige wenige Beiträge versteht man aber nur, wenn man die armenische Geschichte, zumindest  in Grundzügen, kennt.

MKRTCHIAN Agapi: Meine andere Hälfte, Märchen und Poesie aus Armenien; Frankfurt/Main 2006

Mit einfachen und wohlbedachten Worten lenkt der erfahrene Autor den Leser durch die armenische Seele, die voller Freude, Lebenslust, Witz, Misstrauen, Gastfreundschaft,  Schmerz und Sehnsucht nach der Heimat ist. Der aus Persien stammende armenische Autor erzählt vom einfach Leben und den komplizierten Gefühlen der Armenier in der Diaspora. Zentral in all seinen Geschichten ist der Begriff der Heimat nach der sich die Armenier sehnen und der Freiheit die ihnen seit Jahrhunderten nicht gewährt wurde.

Ein gelungenes(!) Werk, das die armenische Seele und deren Sehnsüchte widerspiegelt.

OVASAPIAN Samvel: Onkel Aschot, Ein Armenier erzählt; Frankfurt/Main 2006

Einer der berühmtesten lebenden kurdischstämmige türkische Schriftsteller, Yasar Kemal, erzählt eine Legende aus der Ararat-Region. Seine Legende beginnt mit einem Vogel, dessen Flügel einen tief-blauen See berührt und der dann entschwindet. An diesem Morgen steht ein prächtiger Schimmel vor Ahmets Hütte. Nach überliefertem Recht und alten Traditionen  gehörte dieses Geschenk Gottes Ahmet. Doch der Pascha kennt diese Traditionen nicht und will sein Pferd zurück haben. Ahmet, ein ehrlicher, stolzer Mann will den Schimmel nicht herausgeben und weil der Pascha sein Gesicht nicht verlieren will steckt er Ahmet ins Gefängnis.

Die Legende schaukelt sich auf und man erkennt in ihr die Menschen (gleich ob  Armenier, Kurde oder Türke) die in dieser Region leben. Es gibt zwar keine Armenier in der Türkei in der nähe vom Ararat aber der Ararat ist nur 40 Kilometer von Armenien entfernt. Die Menschen diesseits der Grenze sind sich Ähnlich und so erfährt man auch etwas über die Armenier selber.

KEMAL Yasar; Die Ararat Legende; Zürich 1981

Dieser Roman erschien erstmals 1937 in Wien und Handelt von der Liebe des muslimischen Aserbeidschaner Ali und der schönen christlichen Armenierin Nino die in Berg-Karabach leben.

KUBAN Said; Ali und Nino; original 1999

Gesellschaft für die Dokumentation von Völkermorden

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